Blühende Eifel
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Weiten

Im späten Frühling taucht der blühende Ginster die Hochflächen und Täler der Eifel in ein leuchtendes Gelb. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dieses Naturschauspiel auf der Dreiborner Hochfläche und im Irsental. Doch was macht die Landschaften so einzigartig? Und warum ist der Ginster hier so verbreitet?

Ginsterblüte ist von Mai bis JuniWenn der Ginster die Eifel erstrahlen lässt
Jedes Jahr zwischen Mai und Juni geschieht in der Eifel ein faszinierendes Naturphänomen: Der Ginster blüht und taucht die offenen Hochflächen und Täler in ein leuchtendes Gelb. 

Es beginnt mit einzelnen, leuchtend gelben Tupfen am Wegesrand. Doch binnen weniger Tage entfaltet sich ein beeindruckendes Schauspiel: Dann durchzieht der strahlendgelbe Ginster die offenen Heideflächen und Hügellandschaften der Eifel.

Der Besenginster, der hier in üppigen Beständen wächst, ist ein Pioniergewächs, der sich auf kargen Böden besonders wohlfühlt. Einst war er ein natürlicher Bestandteil der offenen Heidelandschaften, die durch jahrhundertelange Beweidung entstanden ist. Doch mit der Intensivierung der Landschaft und der Aufforstung vieler Heideflächen wurde der Ginster zurückgedrängt. In der Eifel hat er sich an vielen Stellen bis heute behauptet und prägt das Landschaftsbild in den Monaten Mai und Juni. Dabei sind seine Blüten eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Doch Vorsicht - wie die wilden Narzissen ist auch der Ginster giftig. Seine Samen enthalten Alkaloide, die ihn für Menschen ungenießbar machen. Der Name Besenginster weist auf seine historische Verwendung hin: Früher wurde Ginster zur Herstellung von Besen genutzt.  

Besenginster

Botanisch gesehen ist der Ginster kein Ginster sondern Geißklee und eng verwandt mit Bohnen und Erbsen. Der Sonnenanbieter gedeiht auf armen, trockenen Böden und wurzelt tief. Im Juni versinken seine Zweige nahezu unter einer Fülle an eigentümlich duftenden, gelben Blüten.

Offene Heide- und Buschlandschaften sind in der Eifel selten, da sich ohne regelmäßige Beweidung oder Pflege meist Wald ausbreitet. Die Dreiborner Hochfläche ist ein besonders beeindruckendes Beispiel: Früher wurde das Gebiet landwirtschaftlich genutzt, später war es ein Truppenübungsplatz, bevor es in den Nationalpark Eifel integriert wurde. Durch gezielte Pflege bleibt die offene Heidelandschaft erhalten. Auch im Irsental, das als "Tal der Schmetterlinge" bekannt ist, wachsen dichte Ginsterbestände. Hier sind es die kargen, kalkreichen Böden und die extensive Nutzung als Weidelandschaft, die diese offene Vegetation begünstigen. 

Die beiden Landschaften könnten kaum unterschiedlicher sein: während die Dreiborner Hochfläche für ihre weitläufigen Panoramablicke bekannt ist, bietet das Irsental eine Naturerfahrung mit sanften Hügeln, Schmetterlingswiesen und einem Picknickplatz am Wasser. Beide Gebiete laden dazu ein, die Ginsterblüte zu erleben - zu Fuß, auf geführten Wanderungen oder mit einer spielerischen Schnitzeljagd für Familien.

Ginsterblüte auf der Dreiborner Hochfläche

Die Besenginsterheide ist typisch für die Eifel und ein Produkt einer früher auf mageren Böden verbreiteten Wirtschaftsweise. Aus den auf Dauer verarmten Böden wurden unfruchtbare, vom Besenginster geprägte Heiden.

Egal, ob menschlich geprägte Weite der Dreiborner Hochfläche oder die natürliche Offenlandschaft des Irsentals - beide Orte sind ein Zeugnis der geologischen und kulturellen Entwicklung der Eifel. Die Ginsterblüte macht sie im Frühling zu besonderen Erlebnissen.


botanische Zeichnung Besenginster

Die besten Orte, um die Ginsterblüte zu erleben