Tief verwurzelt - Entdeckungen unter der Erde
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Erdgeschichte hautnah

Natur- und Geopark Vulkaneifel

© Eifel Tourismus GmbH, Dominik Ketz

IM REIGEN DER WELTWEIT SPEKTAKULÄRSTEN LANDSCHAFTEN

Great Barrier Reef, Ngorongoro-Krater, Vulkaneifel…?! 
Die Aufzählung macht durchaus Sinn. Denn die Vulkaneifel gehört seit zehn Jahren zu den zertifizierten UNESCO Geoparks und war damit einer der ersten auf dem europäischen Kontinent. Was ist so faszinierend und außerordentlich an ihr?

In diesem Jahr gibt es zwischen Ormont im Nordwesten und Bad Bertrich im Südosten der Eifel gleich dreifach etwas zu feiern. Die Landschaft - geografisch identisch mit dem Westeifeler Vulkanfeld - trägt seit 25 Jahren die Würde eines Europäischen Geoparks, seit 15 Jahren eines Naturparks und seit 10 Jahren sogar die höchsten Weihen einer UNESCO-Auszeichnung. Sie ist weit mehr als ein gewöhnliches Mittelgebirge. 

Nirgendwo auf der Welt gibt es nämlich so viele Maare auf so kleinem Raum wie in der Vulkaneifel. Manche von ihnen sind wassergefüllt, andere beherbergen Sümpfe und verlanden im Laufe der Jahrtausende, wieder andere sind bereits von Menschen genutzt und nur noch erkennbar als kreisrunde, von bewaldeten Höhen umgebene Strukturen im Grün der Wiesen und Äcker.

„UNESCO-Geoparks sind Gebiete mit geologischen Stätten und Landschaften von internationaler geowissenschaftlicher Bedeutung. Seit 2015 gibt es diese Kategorie der UNESCO, auf einer Ebene mit den UNESCO Welterbestätten und den Biosphärenreservaten.“ So lautet die offizielle Definition eines UNESCO Geoparks. 

Die Zertifizierung wird alle vier Jahre geprüft. Die Kriterien sind ganzheitlich und basieren auf einer lebendigen Verbindung von Geologie mit ihren Landschaftstypen, Biologie mit besonderer Tier- und Pflanzenwelt sowie menschlicher Nutzung. Die ist ihrerseits den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verpflichtet.

Frau kniet an einer in Sandsteingefassten Quelle, dem Steffelner Drees

Diese Einheit aus Erdgeschichte, Fauna-Flora und Ressourcenschutz wird im UNESCO Geopark Vulkaneifel von rund vierzig speziell ausgebildeten Guides vermittelt, die in circa 600 Exkursionen pro Jahr Einheimische wie Touristen aller Generationen zu den spektakulären Highlights ebenso wie zu den kleineren Raritäten in der Natur führen. Junior-Ranger zeigen den gleichaltrigen Kids an den Schulen, wie einzigartig ihre vulkanische Eifelheimat ist. 

Infotafeln an den ausgewiesenen Routen durch den UNESCO Geopark Vulkaneifel verraten unabhängig von den stark nachgefragten geführten Touren, welche geologischen Formationen und Schätze am Wegesrand zu entdecken sind. Forschungsprojekte mit internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern finden im Geopark statt und bringen neue Erkenntnisse über den Vulkanismus. 

Kurzum: Spannend aufbereitete Bildung gehört zur DNA des Parks und ist zugleich ein Faktor, der die große touristische Bedeutung ausmacht. Denn schonender Geotourismus ist einer der Wirtschaftsmotoren der Vulkaneifel. Darüber hinaus sorgen verschiedene Maßnahmen der Biotop-Pflege dafür, dass der Zauber für alle sichtbar und die besondere Artenvielfalt im Reich der Maare und Vulkane erhalten bleibt.


Neue Maare entdeckt – Die Eifel birgt noch Geheimnisse

Geologische Sensation: Forschende identifizieren über 30 bisher unbekannte Maare in der Vulkaneifel

Juni 2025 | Manchmal schreibt die Erde noch mit – auch heute. Ein Forschungsteam unter der Leitung der Universität Jena hat mithilfe modernster Lasertechnologie rund 30 bislang unbekannte Maare im Westeifel-Vulkanfeld entdeckt. Viele davon sind verlandet, kaum noch als Krater zu erkennen – und doch erzählen sie von explosiven Kräften unter unseren Füßen. Mit dieser Entdeckung wächst die Zahl der bekannten Maare in der Eifel auf über 100. Eine Sensation, die zeigt: Der UNESCO Global Geopark ist kein Archiv der Vergangenheit, sondern ein lebendiges Forschungsgebiet.



Wandern auf den Spuren der Erde

Vulkankegel, Maare und Gesteinsschichten erzählen in der Eifel von Kräften aus dem Innersten der Erde. Unsere Wandertipps führen dich zu landschaftlichen Zeugnissen der Erdgeschichte – eindrucksvoll, entschleunigend und voller stiller Aha-Momente.